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Deutscher Ferienhausverband e. V. Europaplatz 2 10557 Berlin Telefon: +49 151/68139093 E-Mail: [email protected] www.deutscher-ferienhausverband.de EU-Transparenzregister: 949066239709-78 Berlin, den 04. April 2023 Stellungnahme des Deutschen Ferienhausverbands zum Vorschlag zu einer VERORDNUNG DES RATES zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 904/2010 in Bezug auf die für das digitale Zeitalter erforderlichen Regelungen für die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer (ViDA) Wir danken herzlich für die Möglichkeit, den Vorschlag der Kommission zu kommentieren. Der Deutsche Ferienhausverband unterstützt ausdrücklich Bemühungen der Kommission, mehr Steuertransparenz anzustreben und Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Die im Entwurf VAT in a Digital Age (ViDA) vorgesehene digitale Registrierung in einem Mitgliedsstaat, die für die gesamte EU…
…anbieten und vermitteln. Nichtsdestotrotz hegen wir erhebliche Bedenken gegen grundlegende Elemente des Entwurfs: 1. ViDA sorgt für weitere bürokratische Lasten 2. ViDA benachteiligt private Vermieter und kleine und mittelständische Unternehmen unverhältnismäßig 3. ViDA sorgt mit dem Deemed Supplier Regime für neue Ungerechtigkeiten und Belastungen 4. ViDA hebelt Ausnahmeregelungen für Kleinunternehmer aus 5. ViDA diskriminiert einseitig einen Vertriebskanal 6. ViDA verteuert Urlaub in Short Term Rentals (STR) in der EU und stellt eine zusätzliche Steuer auf Tourismusleistungen dar Ref. Ares(2023)2451366 - 04/04/2023 1. ViDA sorgt für weitere bürokratische Lasten ViDA sieht weitere umfassende Meldepflichten für Plattformen vor. Wie eingangs erwähnt, begrüßen wir eine bessere Transparenz auf dem Markt für Kurzzeitvermietungen.
Plattformen vor. Wie eingangs erwähnt, begrüßen wir eine bessere Transparenz auf dem Markt für Kurzzeitvermietungen. Allerdings sind in den Mitgliedsstaaten erst zum 01.01.2023 die nationale Umsetzung der DAC7-Richtlinie in Kraft getreten, die bereits umfassende und weitreichende Meldepflichten vorsieht, sowohl, was die Identität des Anbieters, die zu vermietende Immobilie, Transaktionen als auch die Höhe der Provisionen der Plattformen vorsieht. Auch die Short Term Rental Initiative sieht weitere Meldepflichten vor, die für weitere Transparenz sorgen werden. Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll, erst einmal abzuwarten, inwiefern die Umsetzung von DAC7 und der STR-Initiative zu der gewünschten Markttransparenz führt, statt neuerliche ggf. redundante Berichtspflichten durch eine neue Verordnung im Rahmen von ViDA aufzusatteln.
…führt, statt neuerliche ggf. redundante Berichtspflichten durch eine neue Verordnung im Rahmen von ViDA aufzusatteln. Die bürokratische Belastung der Anbieter, Agenturen und Plattformen ist bereits hoch, zumal sich bei der Umsetzung von DAC7 auch noch viele Unklarheiten ergeben, da u.a. nicht zweifelsfrei geklärt ist, wer melden muss bzw. es durch die sehr breite Definition des Plattformbegriffs zu Doppel- und Mehrfachmeldungen ein und derselben Buchung entlang der Vermittlung von Ferienimmobilien üblichen Buchungsketten kommen wird. Auch die Maßgabe, dass Buchungen an Zeitpunkt der Buchung meldepflichtig sind, wird durch Buchungsänderungen und Stornierungen zu erheblichem Meldeaufwand führen.
…der Buchung meldepflichtig sind, wird durch Buchungsänderungen und Stornierungen zu erheblichem Meldeaufwand führen. Das gilt insbesondere auch deshalb, weil die Berichtspflicht auch viele kleine und mittelständische Unternehmen betrifft, die durch zusätzliche bürokratische Lasten unverhältnismäßig stark belastet werden. Es ist nicht auszuschließen, dass dies dazu führt, dass sich KMUs aus dem Markt zurückziehen, was zum Nachteil des Wettbewerbs und der Angebotsvielfalt geht. Für neue kleine und mittelständische Unternehmen werden hohe Hürden aufgebaut, sich auf dem Markt zu etablieren. Eine zusätzliche Hürde durch ViDA sollte nur dann erfolgen, wenn sich nach einer Evaluierung der Auswirkungen und des Effekts von DAC7 in den Mitgliedsstaaten noch Handlungsbedarf ergibt. 2.
…einer Evaluierung der Auswirkungen und des Effekts von DAC7 in den Mitgliedsstaaten noch Handlungsbedarf ergibt. 2. Das Modell des fiktiven Dienstleistungserbringers (Deemed Supplier Regime) benachteiligt Privatvermieter und kleine und mittelständische Unternehmen Wird eine Ferienwohnung über eine Online-Plattform für STR angeboten, tritt das Deemed Supplier Regime (DSR) ein. Auf die Vermietung ist Umsatzsteuer zu zahlen, und zwar auch dann, wenn der Anbieter nach nationalem Recht nicht umsatzsteuerpflichtig ist bzw. seine Einnahmen unterhalb der Schwelle bleiben, bei der Umsatzsteuer gezahlt werden muss. Dies führt zu folgenden Ungerechtigkeiten: - Ob Umsatzsteuer erhoben wird, bestimmt sich nicht länger durch die Art der Leistung, die Art des Anbieters oder die Höhe des Umsatzes/Gewinns, sondern durch die Vertriebsform.
…durch die Art der Leistung, die Art des Anbieters oder die Höhe des Umsatzes/Gewinns, sondern durch die Vertriebsform. Die gleiche Dienstleistung wäre damit über einen Vertriebskanal teurer als über andere, obwohl es sonst keinen Unterschied gibt. Die Neutralität der Vertriebskanäle wäre damit ausgehebelt. Die Vermietung derselben Wohnung bliebe demzufolge ggf. umsatzsteuerfrei, wenn sie z.B. über eine eigene Webseite oder analog erfolgt, aber auch, wenn dies über eine Plattform wie Facebook, Instagram, Google oder Ebay-Kleinanzeigen erfolgt. Bei Online- STR-Vermittlungsplattform hingegen würde das Deemed Supplier Regime eintreten, Umsatzsteuer müsste gezahlt werden. Dies diskriminiert einen Vertriebsweg gegenüber anderen, obwohl andere Online-Plattformen wie Instagram ebenfalls eine große Reichweite erzeugen.
…gegenüber anderen, obwohl andere Online-Plattformen wie Instagram ebenfalls eine große Reichweite erzeugen. Ein Ferienhaus in Deutschland, das pro Nacht 100 € kostet, würde demnach über die eigene Webseite des Vermieters, eine Annonce auf Ebay-Marketplace oder Instagram oder bei analoger Vermittlung durch ein Reisebüro oder eine Tourismusinformation 100 € kosten. Wird dasselbe Haus über eine Online-Vermittlungsplattform für Ferienhäuser und -wohnungen gebucht, verteuert es sich auf 119 €, also um fast ein Fünftel. Noch einmal: Obwohl es sich um denselben Anbieter, dieselbe Immobilie und dieselbe Dienstleistung handelt. - Für viele private Anbieter stellen die Einnahmen aus der STR-Vermietung eine unverzichtbare, essenzielle Nebeneinnahme dar. Etliche haben in eine Ferienimmobilie als Altersvorsorge investiert oder finanzieren damit den Kredit für ihr selbst bewohntes Eigenheim.
Ferienimmobilie als Altersvorsorge investiert oder finanzieren damit den Kredit für ihr selbst bewohntes Eigenheim. Es ist mit sozialen Verwerfungen zu rechnen, sollten diese Anbieter überproportional belastet werden. - Es besteht zu befürchten, dass eine solche Regelung vor allem Kleinvermieter, die ansonsten aufgrund der geringfügigen Einnahmen von der Umsatzsteuer befreit sind, dazu bewegen könnte, Angebote vermehrt auf Plattformen wie Instagram, Google, Facebook oder Ebay-Marketplace anzubieten, um nicht steuerpflichtig zu werden. Dies stellt zum einen das Ziel, für größere Transparenz und Steuergerechtigkeit zu sorgen, infrage. Darüber hinaus ergeben sich aber weitere Probleme: Schon jetzt drohen Gatekeeper wie Google durch die unfaire Selbstbevorzugung, den Markt zum Kippen zu bringen. Diese Entwicklung könnte sich beschleunigen.
…durch die unfaire Selbstbevorzugung, den Markt zum Kippen zu bringen. Diese Entwicklung könnte sich beschleunigen. Zusätzlich weisen diese Plattformen deutlich weniger Schutz vor Betrug als spezialisierte Plattformen. Eine solche Verlagerung des Angebots in den grauen Bereich wäre deshalb auch aus Verbraucherschutzgründen nicht wünschenswert. - Das Deemed Supplier setzt die fiskale Autonomie der Mitgliedstaaten außer Kraft. Die von den Mitgliedsstaaten vorgesehenen und gewünschten steuerlichen Ausnahmen für private Vermieter und Kleinstunternehmen können nicht angewendet werden, sobald das DSR zur Anwendung kommt. 3.
…für private Vermieter und Kleinstunternehmen können nicht angewendet werden, sobald das DSR zur Anwendung kommt. 3. Viele kleine und mittelständische Unternehmen würden unter das Deemed Supplier Regime fallen - Nach der vorgesehenen Definition würden tausende Ferienhaus-Agenturen in Deutschland unter das Deemed Supplier Regime fallen, weil sie die Geringfügigkeitsschwelle für die Berechnung von Umsatzsteuer im jeweiligen Mitgliedsstaat durch die über sie getätigten Buchungen überschreiten. Sie wären mithin verpflichtet, Umsatzsteuer für die von ihnen vermittelten Objekte einzuziehen und die Berichtspflichten zu erfüllen.
Umsatzsteuer für die von ihnen vermittelten Objekte einzuziehen und die Berichtspflichten zu erfüllen. Dies würde für diese Unternehmen nicht nur einen Wettbewerbsnachteil bedeuten, sondern auch zu unverhältnismäßigen bürokratischen Belastungen führen - In der STR-Initiative wird die Kurzzeitvermietung so definiert, dass es sich um die kurzfristige gewerbliche oder nicht-gewerbliche Vermietung einer Wohnung/eines Hauses gegen Entgelt handelt. Die nähere Definition erfolgt gemäß nationalem Recht. ViDA wiederum gibt in Artikel 46 a die davon abweichende Definition, dass es sich bei STR um die ununterbrochene Vermietung von Unterkünften für maximal 45 Tage mit oder ohne Erbringung anderer Nebenleistungen handelt. Diese wird als mit dem Hotelgewerbe vergleichbare Leistung angesehen.
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Feedback Deutscher Ferienhausverband on DAC7 1. Companies are being burdened with government tasks that involve high financial and personnel costs. There is no compensation for this. This hits SMEs particularly hard but places a burden for the whole industry. 2. No de minimis thresholds for short-term rentals (unlike for commodity trading). Considering that most hosts are private home owners (82% in Germany) and that there is also a certain proportion of home sharers with only a small number of bookings, such a threshold would have been sensible to minimise administrative burden
…with only a small number of bookings, such a threshold would have been sensible to minimise administrative burden 3. Unfavourable reporting time. Bookings must be reported during the next reporting period after a booking has been made. Changes to an existing booking must even be reported immediately. In short-term rentals, bookings are often made months in advance. In around 20 - 30% of cases, such bookings are subsequently changed or cancelled, sometimes several times. This creates unnecessary administrative work and data traffic. A reporting time AFTER the guest's departure would significantly reduce the administrative burden and facilitate reporting and evaluation. This affects not only companies, but also tax authorities that have to deal with changing information on the same booking.
…affects not only companies, but also tax authorities that have to deal with changing information on the same booking. 4. There is considerable uncertainty as to who is required to report and to what extent. DAC7 does not take into account booking chains that are common in short-term rental industry, where a booking is made across multiple platforms, channel and property managers. It is, to this day, a challenge for companies to identify whether or not they are required to report. Double and multiple reports therefore cannot be ruled out, which not only increases the administrative burden for companies, but also places a strain on tax authorities. Diagram: Booking chains1 Please note that guests can place bookings at any of the contact points shown. This means that three or more companies may be involved in a single booking.2 1 Created with AI 2 For a more detailed explanation, please…
…issued by our umbrella organisation, the European Holiday Home Association (EHHA). Ref. Ares(2026)1515308 - 10/02/2026 5. Enormous financial expenditure, especially for SMEs. The cost for a medium-sized company is estimated at around €80,000 for the first year of implementation (interface programming, providing information to hosts, preparation and transmission of data). Additional ongoing annual costs arise from regular reports, notifications of changes and the onboarding of new hosts.
…ongoing annual costs arise from regular reports, notifications of changes and the onboarding of new hosts. 6. The significant expense is due, among other things, to the fact that the directive requires companies to collect personal data about hosts that is not necessary for their business relationship (e.g. date of birth, VAT ID, bank account details). This requires a great deal of explanation and has led to incomprehension and, in some cases, resentment, especially among existing customers. In many cases, several contacts (emails, phone calls) were necessary to acquire the data which is very labour intensive. In some cases, this even led to existing customers terminating their business relationship. 7. Sanctions for incomplete data, even though this does not allow any conclusions to be drawn as to whether a host is paying taxes correctly or not.
…even though this does not allow any conclusions to be drawn as to whether a host is paying taxes correctly or not. 8. Lack of possibility to use the collected data for other purposes, e.g. for statistical purposes, which necessitated the introduction of the EU Short-Term Rental Regulation and thus an additional, partly redundant reporting obligation. 9. In addition, the Deemed Supplier Regime under ViDA is set to introduce another (redundant) reporting obligation, even though the data is already available through DAC7 and potential tax evasion can already be disclosed on this basis. Germany only:
…data is already available through DAC7 and potential tax evasion can already be disclosed on this basis. Germany only: 10. During implementation, there were delays in providing the interface. Initial versions were faulty, and reports were either not transmitted or only incompletely and therefore aborted. Companies either received an error message or no information at all as to whether the upload had been successful. This led to considerable uncertainty among companies. The problem has now been resolved though. The implementation period until 31. January and the delayed provision of the interface in November in particular presented companies with the problem that the already strained pool of programming staff was further limited by public holidays and vacations in December. This could only be partially offset by a two-month postponement of the initial reporting deadline. This once more…
…offset by a two-month postponement of the initial reporting deadline. This once more put a particular strain on SMEs. 11. The companies also felt that they were not sufficiently informed in a timely manner. The information provided was incomplete or unclear. 12. To our knowledge, as of Dec 2025 the data obtained from DAC7 has not yet been passed on to the state tax authorities in Germany. In view of the heavy burden placed on companies by DAC7, this sends out a worrying signal. In summer 2024, we surveyed our members about DAC 7: - 52% of respondents felt they were not well informed or not informed at all about DAC73 - Only 20 % said they felt well informed - 31.6 % stated that they did not know whether they were required to report, 5.3 % were still in the process of clarification.
% stated that they did not know whether they were required to report, 5.3 % were still in the process of clarification. - 46 % of respondents did not have all their data ready by the survey deadline - 30 % still had unanswered questions or encountered technical difficulties with data transfer. - Asked about the biggest challenges (multiple answers possible), 84.2 % cited regulatory uncertainty. 79 % named the high level of time investment required, while 68.4 % cited technical problems. 52.6 % mentioned the costs involved. - 50 % stated that they had encountered problems with reporting and compiling data. A further 30 % even rated these problems as very significant. - 68.8 % of respondents stated that DAC7 had strained their business relationship with hosts.
…as very significant. - 68.8 % of respondents stated that DAC7 had strained their business relationship with hosts. Many of the criticisms raised were resolved much more effectively in the EU Short-Term Rental Regulation, because: - Time of reporting is after the departure of the guest - It is much clearer who is required to report. - Each reporting entity only has to provide the data that it has already at its disposal - The data may also be used for statistical purposes 3 It made no difference whether the provider had one hundred or several thousand properties on offer.