DFHV · Trade and business associations · DE
Deutscher Fruchthandelsverband e.V. German Fruit Trade Association DFHV • Bergweg 6 • D-53225 Bonn Tel +49 (0) 228 / 91145 - 0 • Fax +49 (0) 228 / 91145 - 45 [email protected] • www.dfhv.de Proposal for a REGULATION OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL on packaging and packaging waste, amending Regulation (EU) 2019/1020 and Directive (EU) 2019/904, and repealing Directive 94/62/EC 2022/0396(COD) Stellungnahme des Deutschen Fruchthandelsverband e.V. (DFHV) Der Deutsche Fruchthandelsverband vertritt als nationaler Spitzenverband die Interessen von Unternehmen aus allen Handelsbereichen der Lieferketten für frisches Obst- und Gemüse. Wir bedanken uns für die Möglichkeit zum Entwurf der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/1020 und der Richtlinie (EU) 2019/904 sowie zur Aufhebung der Richtlinie 94/62/EG Stellung zu nehmen.
(EU) 2019/1020 und der Richtlinie (EU) 2019/904 sowie zur Aufhebung der Richtlinie 94/62/EG Stellung zu nehmen. Wir unterstützen die Bestrebungen der EU, die Verpackungsabfälle zu reduzieren und die Recyclingquote für Verpackungen zu erhöhen. Die Branche steht mit seinen natürlichen und frischen Produkten für eine nachhaltige und gesunde Ernährung und leistet einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Farm-to-Fork-Strategie der EU. Selbstverständlich engagieren wir uns auch in anderen Bereichen der Farm-to-Fork-Strategie, etwa indem wir uns gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen und Verpackungsmaterialien einsparen oder optimieren. Oft kommt es hierbei aber auch zu Zielkonflikten.
…und Verpackungsmaterialien einsparen oder optimieren. Oft kommt es hierbei aber auch zu Zielkonflikten. Insbesondere musste die Branche lernen, dass der Verzicht auf Verpackungen bei frischem Obst und Gemüse nicht immer sinnvoll ist, da er oft zu einer erhöhten Verderb-Quote und damit zu mehr Lebensmittelverschwendung führt. Es handelt sich bei Obst und Gemüse um hochverderbliche Erzeugnisse und Verpackungen leisten hier einen sehr wichtigen Beitrag damit diese Erzeugnisse frisch und unversehrt beim Endverbraucher ankommen. Kein generelles Verpackungsverbot für frisches Obst und Gemüse Es ist daher aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, warum der Verordnungsentwurf in Artikel 22 Absatz 1 in Verbindung mit Anhang V Nummer 2 ausgerechnet und ausschließlich für Obst und Gemüse ein Verpackungsverbot vorsieht.
…in Verbindung mit Anhang V Nummer 2 ausgerechnet und ausschließlich für Obst und Gemüse ein Verpackungsverbot vorsieht. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die den Einsatz von Verpackungen bei Obst und Gemüse erforderlich machen, wobei hier der Schutz der Erzeugnisse und der Schutz der Verbraucher im Vordergrund stehen. Verpackungen schützen die empfindlichen Erzeugnisse vor physischen Stößen oder Quetschungen. Sie verhindern Schadbilder, die regelmäßig zu einem Verkehrsverbot nach den für Obst und Gemüse einschlägigen Vermarktungsnorm führen und sich zu mikrobiologischen Gesundheitsrisiken für den Verbraucher entwickeln können. Zudem werden Verpackungen bei Frischware eingesetzt, um die Haltbarkeit zu verlängern, etwa indem die Erzeugnisse vor dem Austrocknen geschützt werden. Diese Maßnahmen dienen der Ref.
…zu verlängern, etwa indem die Erzeugnisse vor dem Austrocknen geschützt werden. Diese Maßnahmen dienen der Ref. Ares(2023)2891263 - 24/04/2023 DFHV Stellungnahme ________________ Verordnungsentwurf über Verpackungsabfälle – April 2023______________ 2 Verringerung von Lebensmittelverschwendung. Beispielsweise wurde in der Vergangenheit auf das Folieren von Gurken verzichtet, mit der Folge, dass deutlich mehr Ware verdorben ist, bevor sie beim Endverbraucher angekommen ist. Eine weitere Schutzfunktion haben Verpackungen in Bezug auf Hygiene und Lebensmittelsicherheit. Die Verpackungen schützen die Erzeugnisse vor Kontamination durch gesundheitsschädliche Substanzen oder Bakterien. Die Verpackungen erleichtern zudem das Handling der Ware – von der Sortierung nach der Ernte über die Logistik bis hin zur Ladenfläche des Lebensmitteleinzelhandels.
…der Ware – von der Sortierung nach der Ernte über die Logistik bis hin zur Ladenfläche des Lebensmitteleinzelhandels. Einschränkungen führen hier zwangsläufig auch zu höheren Verbraucherpreisen. Ein weiterer wichtiger Zweck der Verpackungen liegt in der Verbraucherinformation. Gerade bei frischem Obst und Gemüse wurde seitens der EU sehr viel Wert darauf gelegt, umfassende Daten über die Ware verpflichtend an die Verbraucher weiterzugeben. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso diese Grundsätze plötzlich nicht mehr wichtig sind. Nur auf einer Verpackung erfolgt die Kennzeichnung der Losnummer oder des Mindesthaltbarkeitsdatums. Beides Informationen, die für den gesundheitlichen Verbraucherschutz notwendig sind. Auch Verbraucherinformationen zur Lagerung oder Zubereitungshinweise können nur auf Verpackungen abgedruckt werden.
Auch Verbraucherinformationen zur Lagerung oder Zubereitungshinweise können nur auf Verpackungen abgedruckt werden. Eine sichere Abgrenzung der Bio-Produkte von konventioneller Ware lässt sich in der Praxis des modernen Lebensmitteleinzelhandels nur durch Verpackungen gewährleisten. Das erklärte Ziel der EU-Kommission, den Bio-Anteil weiter aktiv zu steigern, würde mit einem Verpackungsverbot konterkariert. Zudem lassen sich Marketingmaßnahmen gegenüber dem Verbraucher ohne Verpackung nicht umsetzen. Ein echter Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Lebensmitteln, die weiterhin verpackt verkauft werden dürfen. Während im Rahmen der Farm-to-Fork-Strategie also Anreize für eine nachhaltigere und gesunde Ernährung gesetzt werden sollen, würde diese Regelung das Gegenteil bewirken und auf ein Werbeverbot für frisches Obst und Gemüse hinauslaufen.
…sollen, würde diese Regelung das Gegenteil bewirken und auf ein Werbeverbot für frisches Obst und Gemüse hinauslaufen. Fazit Ein vergleichbares Verbot ist für keine andere Lebensmittelkategorie vorgesehen. Während bei Obst und Gemüse der Einsatz von Verpackungen die Lebensmittelsicherheit erhöht, die Haltbarkeit verlängert und die Lebensmittelverschwendung reduziert, mithin notwendig ist, werden in anderen Branchen Verpackungen, die hauptsächlich Marketingzwecken dienen, in deutlich höherem Maße eingesetzt. Der Anteil von Verpackungsabfällen durch Obst und Gemüse im Vergleich zur gesamten Lebensmittelwirtschaft ist dabei sehr gering und liegt bei ca. 1,5 %. Die Einsparungen, die ein solches Verpackungsverbot schaffen würde sind daher relativ gesehen sehr gering, während die negativen Auswirkungen auf die sehr empfindlichen Erzeugnisse umso gravierender wären.
…gesehen sehr gering, während die negativen Auswirkungen auf die sehr empfindlichen Erzeugnisse umso gravierender wären. Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet frisches Obst und Gemüse durch ein solches Verbot gegenüber anderen Lebensmitteln diskriminiert werden soll. Der Deutsche Fruchthandelsverband spricht sich daher gegen ein Verpackungsverbot für Obst und Gemüse aus und fordert die Streichung der Nummer 2 in Anhang V. Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.